...eine Initiative von Elmar Cùs























































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Funktionsweise einer Volkswirtschaft


Die menschliche Initiativkraft als Motor der Volkswirtschaft

Während sich Keynes und Say darüber streiten, was zuerst da war - das Angebot oder die Nachfrage, stützt sich die FKKS auf ein anderes Erklärungsmodell.

So wie in der Geschichte vom Ei des Columbus kann die Antwort auf eine Frage manchmal auch außerhalb der vermeintlich zulässigen Lösungsmenge liegen.

Wir sagen deshalb, dass es weder das Angebot, noch die Nachfrage sind, die einen wirtschaftlichen Prozess in Gang setzen, sondern stellen fest, dass es immer die unternehmerische Initiative ist.

Ob es der Bauer ist, der zum Schmied geht und ihm Lebensmittel anbietet, wenn er ihm dafür ein Werkzeug macht, das ihm die Arbeit erleichtert, oder ob der Schmied den Bauern um Lebensmittel bittet und dieser von ihm erst dann ein Werkzeug als Bezahlung verlangt, unterscheidet sich nur in der Frage, wer den ersten Schritt macht.

In der Tat ist es im Rückblick, nachdem ein gutes Geschäft (also eines, das für beide Seiten profitabel ist) zustande gekommen ist, oft völlig unerklärlich, warum es so lange gedauert hat, bis einer der Geschäftspartner endlich die Initiative ergriffen hat.

Die gesamte Werbebranche stellt nichts anderes dar, als die Initiative für die Anbieter zu ergreifen. Das Geschäft seitens des Anbieters anzubahnen.

Als Gegenpol liegt überall dort, wo es um illegale Transaktionen geht, die Initiative vermehrt bei den Nachfragenden. Wer einen Auftragskiller engagieren will, muss sich den erst aktiv suchen. Der wirbt nicht unverhohlen in der Zeitung, genauso wenig wie der illegale Organhandel sich offen deklariert. Und auch die ganz „normalen“ Schwarzarbeiter im Handwerksbereich bauen weniger auf aktive Werbung, als sich darauf zu verlassen, dass potentielle Kunden einfach in ihrem Bekanntenkreis mal herumfragen, ob sie nicht jemanden kennen, der ihnen ... machen kann.

Wir sehen also, Angebot und Nachfrage lassen sich in ihrer Abfolge nicht allgemein zeitlich festmachen. Die Initiative lässt sich aber immer am Anfang einer Transaktion orten. Eine Erkenntnis, die bei genauerer Betrachtung völlig trivial ist, da dies für jede menschliche Interaktion gilt, nicht nur für Geschäfte, sondern auch für Liebesbeziehungen, Streit oder Versöhnung.

Für unser Erklärungsmodell der volkswirtschaftlichen Grundlagen ist diese Erkenntnis jedoch von enormer Wichtigkeit, sei auch noch so banal und unspektakulär.

Meist wird unser Wirtschaftsystem über die gedankliche Rückführung zum Tauschhandel erklärt, um die abstrakte Funktion des Geldes darzulegen. Dieser vermeintliche Übergang von Geldwirtschaftlicher Denkweise zur realwirtschaftlichen Betrachtung bleibt aber meist sehr unvollständig.

Ordnung in unsere volkswirtschaftlichen Denkprozesse bringen wir nicht, indem wir eine Trennlinie ziehen zwischen Tauschhandel und monetärem Handel ziehen, sondern indem wir zwischen Handel und Produktion bzw. Dienstleistung unterscheiden.

Denn, auch wenn der Handel in einer Volkswirtschaft eine äußerst wichtige Funktion erfüllt, so trägt er nicht unmittelbar zum realwirtschaftlichen Ergebnis bei. Welcher Konsument würde schon in einem teureren Laden kaufen, mit der Begründung, dass dieser seine Waren über mehr Zwischenhändler einkauft als ein anderer? Lediglich der Nahversorger als solcher erfüllt eine Dienstleistung, die für einen Kunden einen realen Wert bedeuten kann (indem er sich Wegekosten erspart beispielsweise, oder durch Service und Beratung). Jeglicher Zwischenhandel dagegen bringt für den Endverbraucher keine echte Wertsteigerung und schafft (unmittelbar) keine neuen Produkte. Dies gilt völlig unabhängig davon, ob es sich um eine Tauschgesellschaft handelt oder ob ein Währungssystem existiert.

Das realwirtschaftliche Ergebnis hängt vielmehr von den Managementfähigkeiten der Akteure ab.

Stellen wir uns ein einfaches Wirtschaftsystem, indem zwei praktisch idente Gutshöfe existieren. Beide Gutsherren haben gleich viele Familienangehörige, sowie Knechte und Dienstboten auf ihren Höfen. Beide Höfe liegen weitab von der Zivilisation und sind daher weitestgehend autark, der Handel mit der Außenwelt spielt im täglichen Leben nur eine sehr untergeordnete Rolle. Lediglich bei einzelnen Marktbesuchen, wo Überschüsse des eigenen Hofes verkauft werden, werden im Gegenzug kleinere „Luxusgüter“ erstanden, die am Hofe selbst nicht produziert werden können.

Wenn wir nun in der weiteren Folge annehmen, dass nicht nur die beiden Höfe hinsichtlich fruchtbarer Flächen und Viehbestand äquivalent sind, sondern dass auch das Personal gleich qualifiziert ist und denselben Fleiß aufbringt, bleibt als einziges Unterscheidungsmerkmal die unternehmerischen Fähigkeiten der beiden Gutsherren selbst.

Nun kann man sich die möglichen Szenarien beliebig ausmalen. So kann man sich vorstellen, dass der eine Gutsherr ein sehr ungeduldiger „Chef“ ist und jene Familienmitglieder, die sich bei den einzelnen Arbeiten nicht von vornherein allzu geschickt anstellen, von einzelnen Verpflichtungen entbindet und manche Arbeiten lieber selbst macht. Oder es ist ihm sein Ältester als Hoferbe zu schade, als dass er ihn harte Arbeit machen ließe, denn dazu sind aus einer Sicht ja die Knechte da. Oder er besteht einfach darauf, dass die Familienmitglieder das bessere Essen bekommen als die Knechte und Mägde, sodass diese wenn schon vielleicht nicht gerade unterernährt, so doch wenig motiviert sind und kaum Loyalität empfinden.

Auf dem anderen Gutshof denken wir uns Verwalter mit einem natürlichen Instinkt dafür, wer von den Leuten auf seinem Hof sich für welche Arbeiten am besten eignet. Er schafft es, durch ein gerechtes Verteilungssystem alle bei Laune zu halten und kann den Nachwuchs begeistern und ihm viel Wissen vermitteln. Kurz und gut, auf seinem Hof trägt praktisch jeder entsprechend seinen Fähigkeiten zum Ergebnis bei, während am anderen Hof der älteste Sohn des Gutsherren dem Nichtstun frönt, sich die Mägde oft bewusst bei einzelnen Arbeiten dumm anstellen um vom Bauern davongejagt zu werden, und die Knechte sich nur die halbe Mühe geben, wenn der Bauer außer Sichtweite ist.

Solchermaßen wird einem sehr schnell klar, dass das realwirtschaftliche Ergebnis maßgeblich von den Managementqualitäten des Bauern abhängt. Der besser geführte Hof wird mehr und bessere Ernte hervorbringen, als der mit der höheren „Arbeitslosenquote“.

Nun es wird in jedem Wirtschaftssystem beide Typen von Unternehmern in unterschiedlichster Ausprägung geben. Unser gegenwärtiges System, bzw. die momentane Misere wird aber durch eine dritte Variante von Gutsherren repräsentiert, der sich unabhängig von den persönlichen Qualitäten allein durch die Rahmenbedingungen entwickeln kann.

Dieser sieht etwa so aus: Bei einem seiner seltenen Marktfahrten, bittet ihn der Nachbarbauer, er möge doch 5 Säcke Erdäpfel für ihn auf dem Markt verkaufen und nennt ihm den Verkaufspreis, den er sich bedingt. Als der Bauer jedoch auf dem Markt eintrifft, wird ihm unversehens ein wesentlich höherer Preis geboten. Er nimmt diesen Zusatzertrag als legitime Belohnung an und zahlt seinem Nachbarn zu dessen voller Zufriedenheit den ursprünglich vereinbarten Preis.

Nun kann der Bauer seit diesem Erlebnis kaum mehr ruhig schlafen. Die Leichtigkeit, mit der er dieses Geld verdient hat, fasziniert ihn sosehr, dass es ihm fortan keine Ruhe mehr lässt. Bei jeder Gelegenheit bietet er dem Nachbarn an, seine Produkte zum Markt zu bringen. Und auch andere Nachbarn beginnen, diesen Service in Anspruch zu nehmen. Schließlich konzentriert er sich mit der Zeit so sehr auf dieses Nebengeschäft, dass seine eigentliche Arbeit am Hof vernachlässigt und der Hof zusehends abgewirtschaftet wird.

Wenn in unserem gedachten Wirtschaftsraum bisher insgesamt 5 Bauern existiert und produziert haben, so sind es nunmehr einer weniger. Es ist klar, dass die Gesamtproduktion von vier Bauern geringer ist, als jene, die fünf hervorbringen können. Wir haben eine realwirtschaftliche Schrumpfung, weil durch den Handel keine zusätzlichen Produkte entstehen.

Sicher kann man nun lange und umständlich argumentieren, dass die anderen Bauern nun mehr Zeit haben, sich um ihre Höfe zu kümmern, da sie nicht mehr selbst zum Markt fahren müssen. Und dass vielleicht die Gesamtproduktion dadurch sogar steigen kann. Und das ist auch völlig korrekt. Daher hat der Handel auch seine Existenzberechtigung und erfüllt wie gesagt eine enorm wichtige Funktion im Wirtschaftsgefüge. Aber er ist nicht produktiv.

Genauso wenig wie es der Kapitalmarkt ist. Auch er erfüllt eine wichtige Funktion, indem er Projekte ermöglicht, die über die Finanzierbarkeit einer Einzelperson hinausgehen.

Wie bei allem ist auch hier die Dosis, die den Ausschlag gibt. Bei unseren Gutshöfen mag es ja gut gehen, wenn einer der Bauern zum Händler mutiert. Aber wenn die anderen anfangen zu bemerken, dass die Hände des Händlers keine Schwielen mehr haben und einer oder gar zwei beschließen, es dem ersten gleich zu tun, bricht das System zusammen.

Wer unser Beispiel etwas kritischer betrachtet, wird sehr schnell eine Lücke in der Logik finden. Nämlich die, dass es ja auf den Höfen noch Knechte und Mägde, Söhne und Töchter, als auch Geschwister der Bauern geben mag, die deren Aufgaben übernehmen können.

Und jetzt kommt wieder unsere Erkenntnis über die Bedeutung der unternehmerischen Initiative ins Spiel. Jedem Menschen steht der gleiche Anspruch an Würde und Respekt zu. Dies darf uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Talente und Fähigkeiten unter den Menschen ungleich verteilt sind. Dies gilt also auch für Eigenschaften wie Kreativität, Organisationstalent und eben auch für die unternehmerische Initiativkraft.

Nun ist es durchaus vorstellbar, dass die Bäuerin den Hof genauso gut führen kann wie der Bauer, oder auch der eine oder andere Knecht das Zeug dazu hätte. Langfristig wäre es auch denkbar, dass der eine oder andere die notwendigen Fähigkeiten erlernen könnte, wenn er zunächst nicht darüber verfügt.

Aber in letzter Konsequenz wird es immer möglich sein, eine Trennlinie zu ziehen zwischen jenen, die sich zum Unternehmer eignen, und jenen, deren Stärken anderweitig zu finden sind. Völlig wertfrei, genauso wie man dies bei Künstlern oder Sportlern tun kann.

Anders ausgedrückt: In jeder Gesellschaft ist das unternehmerische Potential seiner Bürger begrenzt, bzw. nur langfristig über die kulturelle Entwicklung veränderbar.

Sicherlich ist das vorhandene Potential in der Praxis auch häufig mit sehr fachspezifischen Talenten und Kenntnissen kombiniert, sodass es in der Realität nicht allzu oft vorkommen mag, dass ein Landwirt zum Händler mutiert oder ein Friseur zum Anlageberater. Aber ein Teil der unternehmerischen Initiativkraft kann als frei verfügbar betrachtet werden. Es ist dieses kreative Potential, das in steigendem Maße für unproduktive Kapitalgeschäfte „genutzt“ wird.

Nun geht es darum, die Menschen mit diesen Begabungen dahingehend zu motivieren, die Fähigkeiten ihrer Mitbürger für ihren persönlichen wirtschaftlichen Erfolg zu nutzen, statt ihre Energien in die Konstruktion von Schneeballgeschäften zu stecken, oder in die Entwicklung neuer Analysemethoden für Kursprognosen am Aktienmarkt.

Die wirtschaftspolitische Aufgabe des Staates lässt sich nun so darstellen, dass dieses Potential durch Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen so zu steuern ist, dass Vollbeschäftigung bei maximalem Qualifizierungsgrad der arbeitenden Bevölkerung erreicht wird.

Das Hartz-Konzept mit den sogenannten „Ich-AG’s“ geht den genau umgekehrten Weg. Statt jene, welche von Natur aus die Managementqualitäten dazu hätten, menschliches Arbeitspotenzial in unserer Gesellschaft nutzbringend zu organisieren, entsprechend zu motivieren, werden Menschen, die immer schon die Freiheit gehabt hätten, sich selbstständig zu betätigen und es wohl großteils mangels natürlicher Begabung jedoch nicht getan haben, in die Selbstständigkeit gedrängt.

Nun, es lässt sich nicht beweisen, dass wie vorhin behauptet, die Anzahl potenzieller Manager in einer Volkswirtschaft begrenzt ist.

Wer es also partout glauben will, kann sich ruhig einreden, dass die Arbeitslosen schon lernen werden, sich selbstständig zu machen, wenn man sie nur ausreichend unter Druck setzt ...

Aber es gibt einen anderen Aspekt bei der Idee von der „Ich-AG“, die schon arge Zweifel an der Wirtschaftskompetenz ihrer geistigen Väter aufkommen lässt: In Wirtschaftsräumen, die viel weniger technisiert sind, als es der unsere ist, könnte das Prinzip ja funktionieren. Nein. Es funktioniert bereits. Ganz von selbst. Weil eben jeder Mensch ein gewisses Potenzial an Eigeninitiative besitzt. Wer etwa fernöstliche Schwellenländer betrachtet, wird feststellen, dass dort die überwiegende Mehrheit der Händler, der Handwerker, sowie die der Fischer und Bauern als Wirtschaftstreibende alleine stehen, also „Ich-AGs“ darstellen.

Deshalb können solche Regionen auch unglaubliche Aufschwünge erleben. Bei uns jedoch ist die Möglichkeit an nachgefragten Produkten und Leistungen, die ohne nennenswertes Kapital hergestellt bzw. erbracht werden können stark eingeschränkt. Sicherlich gibt es einen Markt für Kunsthandwerk und Gartenpflege. Doch der reicht sicher nicht aus, um 5 Mio. Deutschen Arbeit zu geben.

Und der Anteil von den 5 Mio. deutschen Arbeitslosen, die es schaffen aus der Not eine solche Tugend zu machen, dass ihnen von den Banken Geld gegeben wird als Startkapital für ein ernstzunehmendes Gewerbeunternehmen dürfte sich wohl in Grenzen halten. Denn die Ansprüche an die Managementqualitäten eines Unternehmers in unseren Wirtschaftsräumen liegt weit über den Fähigkeiten, die man benötigt um als Fischer seine Ware auch an einem Marktstand zu verkaufen.

Nein, der bessere Weg ist es, die geborenen Unternehmer durch ein entsprechendes Steuersystem, in dem von der Produktion mit menschlichem Personal mehr übrig bleibt als von solchen Erträgen, die auf reiner Finanzspekulation beruhen, zur Schaffung neuer Arbeitsplätze zu animieren.

Der einfachste Weg für einen Unternehmer um Steuern zu sparen muss über die Beschäftigung von gut bezahlten Arbeitnehmern führen.

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