...eine Initiative von Elmar Cùs























































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Das Plädoyer

Wenn Menschen von Unmöglichkeiten sprechen

Die Massenarbeitslosigkeit ist sehr wahrscheinlich eine der größten Herausforderungen für unsere gegenwärtige Gesellschaft, wenn nicht die allergrößte überhaupt.

Und so unterschiedlich die Meinungen zu diesem Thema sind: Eines ist den meisten von uns klar:

Es gibt keine einzelne Patentlösung für diese Problematik und eine solche wird es auch nie geben!

Ja, solche und ähnliche Sprüche haben Sie in den letzten Jahren sicherlich mehr als einmal gehört.

Von allen möglichen Leuten. Von Funktionären aus Wirtschafts- oder Arbeiterkammer, von Regierungsmitgliedern und Oppositionellen. Von Industriellen und von Wirtschaftswissenschaftlern.

Es gibt keine Patentlösung.

Das ist eine der ganz wenigen Aussagen, die tatsächlich unabhängig von unserer politischen Orientierung für die meisten von uns völlig klar ist und der wir vorbehaltlos zustimmen würden.

Und trotzdem ist diese Aussage bei näherer Betrachtung völlig nutzlos und ist auch nicht einmal ansatzweise logisch oder gar beweisbar.

Schließlich habe zumindest ich noch nichts davon gehört, dass irgendeiner von Einsteins Nachfolgern irgendwo im Kosmos ein geheimes Naturgesetz entdeckt hat, dass so wie die Relativitätstheorie Fortbewegung mit Überlichtgeschwindigkeit als unmöglich postuliert, etwa besagt: „Es kann kein Patentrezept gegen die Massenarbeitslosigkeit geben.“

Nein, so ein Naturgesetz gibt es nicht.

Diese Aussage über die Unmöglichkeit eines Patentrezepts stellt eine reine Meinungsäußerung dar, die mit Sicherheit nicht auf logisch-rationaler Ebene beweisbar ist. Und trotzdem erscheint sie uns gefühlsmäßig völlig einleuchtend.

Ja, gefühlsmäßig.

Das ist es, worum es bei dieser Aussage geht.

Diese Aussage zeigt vor allem, dass der, der sie tätigt, keine Hoffnung mehr hat, einen einfachen Ausweg zu finden.

Und es ist diese Hoffnungslosigkeit, die wir gut nachempfinden können und die uns dazu verleitet zuzustimmen. Es ist eine rein emotionale Zustimmung und keine sachliche.

Das sollte uns einmal bewusst werden.

Unsere Hormone reagieren wesentlich schneller als unser
Denkmuskel.

Sobald wir einer Aussage unsere emotional Zustimmung gegeben haben, sparen wir es uns häufig, sie auch noch auf rationaler Ebene zu verarbeiten.

Und deshalb wird es uns bei einer solchen Aussage oft gar nicht bewusst, dass sie nicht nur logisch unbegründet und wertlos, sondern sogar schädlich ist.

Ihre einzige Wirkung nämlich ist eine negative, denn sie dient nur der Verbreitung von unbegründetem Pessimismus.

Ich aber schaue lieber mit Optimismus in die Zukunft. Deshalb sind mir solch pessimistische Aussagen auf Anhieb unsympathisch. Deshalb verweigere ich ihnen unvermittelt meine emotionale Zustimmung und versuche im Gegenteil, meinen emotionalen Widerspruch auf logischer Basis zu rechtfertigen.

Wie aber könnte man dies im gegebenen Fall besser tun, als indem man eben eine solche Patentlösung findet?

Nun stehe ich hier vor ihnen und erkläre vollen ernstes, eine solche gefunden zu haben.

Eine starke Ansage, was?

Ja, sehen Sie, jetzt sind wir gerade wieder in einer solchen Situation.

Da steht nun einer vor Ihnen und behauptet, den Stein der Wirtschaftsweisen gefunden zu haben.

Und sofort setzen die Emotionen ein. Manchen mag diese Überheblichkeit imponieren, andere empfinden es als eine abscheuliche Anmaßung von einem kleinen Niemand.

Und wiederum andere mag die Neugierde packen, oder ich habe damit einen kleinen Hoffungsschimmer in ihnen erweckt.

Auf jeden Fall werden Sie ihren emotionalen Empfindungen entsprechend geneigt sein, meine Aussage spontan einzuordnen und sie als völligen Blödsinn, oder als möglicherweise wahr klassifizieren.

Auf rein emotionaler Basis.

Sachlich werden Sie es erst beurteilen können, wenn Sie sich mit der Idee auf dieser Homepage auseinander setzen.

Zu guter letzt bleibt es mir aber doch nicht ganz erspart, Ihnen ein kleines Geständnis zu machen:

Ich bin um keinen Deut besser als die anderen Pessimisten. Denn wenn ich auch optimistisch bin, das richtige Rezept gefunden zu haben, so sehe ich schwarz, wenn es darum geht, meine Mitmenschen davon zu überzeugen. Meine Idee wird nie realisiert werden, ja wahrscheinlich nicht einmal Teil der öffentlichen Diskussion werden.

So. Wie ist das jetzt?

Teilen Sie nun meinen Pessimismus und surfen anderswo weiter oder drängt Ihr unerschütterlicher Optimismus Sie dazu, mir zu widersprechen und mir das Gegenteil beweisen zu wollen?

Wenn Sie diesbezüglich noch unschlüssig sind, möchte ich Ihnen zum Optimismus raten. Optimismus ist immer die bessere Alternative.

Mit diesem kleinen Appell, der an uns alle gerichtet sein soll, mehr Optimismus an den Tag zu legen und weniger an Unmöglichkeiten zu glauben, möchte ich mich noch einmal für Ihre Aufmerksamkeit bedanken!

Elmar Cùs